Jetzt mal ehrlich: Selbstständigkeit- im ständigen Wandel sein

selbststaendigkeit

Heute geht es weiter mit der Blogreihe jetzt mal ehrlich

Bevor ich anfange

Danke für eure tollen Kommentare zu meinem ersten Artikel zu jetzt mal ehrlich. Das Feedback, den Mut und die Kraft die ihr mir dadurch gegeben habt tun unglaublich gut ♥ Ich wusste ja wirklich nicht wie es ankommen wird und habe mit so einem tollen Austausch nicht gerechnet.

Ich möchte in meiner Blogreihe verschiedenen Themen Raum geben. Dabei taucht die berufliche Selbstständigkeit mit all Ihren Facetten, sprich dem Blog, dem Label und allem was dazu gehört immer wieder auf. Wobei sich Themen wie Existenzangst, Stress, glücklich sein, Zufriedenheit usw ja wie ein roter Faden durch das Ganze Leben ziehen.

Einen ganz festen Plan was zuerst kommt oder inwieweit ich auf einzelne Themen eingehe werde ich dann aber spontan entscheiden. Denn ich berichte ja aus dem Leben und das lässt sich nicht planen 😉

Du bist gefragt

Ich habe mich sehr über das Feedback gefreut und da kam mir natürlich auch in den Sinn, dass ich gerne wissen wöllte was Dich besonders interessieren würde? Wäre es für dich interessant mal einen typischen Tagesablauf von mir zu erfahren? Soll ich ein Thema für Dich aufgreifen? Oder möchtest du vielleicht auch einmal über Dich berichten, ich teile Deine Geschichte hier gerne. Schreibe mir gerne deine Ideen, Meinung, Kritik. Ich freue mich darauf.

Nun aber zum heutigen Thema, ganz brandaktuell für mich:

Existenzangst/ Selbstzweifel

selbstzweifel

Leider hartknäckiger als der Montagsblues aber wie ich feststelle, zum Glück zähmbar und oft auch wichtig um sich selbst zu evaluieren, sich weiter zu entwickeln. Wie du ja weißt ist die Idee der Selbstständigkeit bei mir nicht über Nacht gekommen. Du kannst es HIER  im ersten Teil nochmal nachlesen. Aus meiner Leidenschaft dem Nähen heraus habe ich diesen Blog eröffnet und schon bald begann ich für Freunde und Bekannte von Bekannten zu nähen und das ganze nahm größere Dimensionen an. Da ich etwas mit der Absicht es zu verkaufen genäht habe, habe ich Ende 2011 ein Kleingewerbe angemeldet, damit alles seine Richtigkeit hat. Seitdem ist viel passiert, ich habe mich weiterentwickelt und so einiges an Erfahrung dazu gewonnen.

Und doch sitzt er manchmal da

Der fiese Selbstzweifel, flüstert mir ins Ohr und sagt mir dass ich das Ganze ja nicht gelernt habe und meine Sachen deshalb nichts Wert sind. Er blickt mir über die Schulter wenn ich die Werke anderer sehe und teilt mir mit, dass ich niemals so gut sein werde. Wenn ich auf einem Kunsthandwerksmarkt war und am Abend Kassensturz mache und gerade mal die Standgebühr reinbekommen habe- was mal passieren kann, rät er mir dazu lieber aufzugeben.

Ja sogar jetzt, da die Frankfurter Buchmesse rum ist und ich ein Buch vorstellen durfte indem ich mitgewirkt habe, versucht er mir Selbstzweifel einzureden. Denn schließlich verdiene ich ja mit meiner Selbstständigkeit nicht so viel Geld, dass es zum Leben reicht. Also kann es ja gar nicht gut sein. BLÖDSINN!

Doch was ist den Erfolg und ab wann darf ich zufrieden sein?

Die Antwort ist eigentlich ziemlich einfach: Jetzt, sofort und zwar unbedingt. Erfolg misst sich nicht nur in Geld. Vor allem für mich nicht. Zufriedenheit lässt sich mit keinem Geld der Welt bezahlen. Jeder darf zufrieden sein allein schon mit seiner puren Existenz. Dem was einen ausmacht. In den Momenten des Zweifelns versuche ich dann zurück zu blicken, zu sehen was sich alles entwickelt hat. Ich kann dir das nur raten einmal zu machen. Wenn du zum Beispiel einen Blog hast, dann schau dir mal deine ersten Blogbeiträge an und dann einen von heute. Vielleicht siehst du jetzt, dass deine Bilder viel besser geworden sind, du deinen Schreibstil gefunden hast oder entdeckst ein längst vergessenes Werk auf das du auch heute noch stolz sein darfst. Die Welt ist schnellebig geworden und die schönen einfachen Dinge vergrauen oft zu schnell in unserer Erinnerung. Erlaube dir solche Momente, ich verspreche dir es tut gut.

Realitätscheck

Eines ist mir aber trotz allem klar: die Miete zahlt sich nicht von alleine und leider auch nicht von Zuspruch oder Anerkennung. Wenn man kein regelmäßiges Einkommen hat wird das dann schnell zur Belastungsprobe. Kleinunternehmerin bin ich seit 2011, habe mein Label also immer nebenbei gehabt während ich mein Abitur nachgeholt habe, als ich studiert habe, während ich die Depression hatte, in der Reha , nach meinem Studiumsabbruch.

Nachdem ich also gefallen war und mein Krönchen wieder gerichtet hatte beschloss ich mich ganz dem zu widmen was ich wirklich will: Selbstständig mit meinem Label sein, kreativ und frei sein. Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann aus dem ALGII gegründet. Somit hatte ich meine Miete und die Krankenversicherung drin, stecke aber in einem System indem ich nicht wirklich sein will. Doch es war gut für mich, ich musste nach der Reha sowieso erstmal ganz kleine Brötchen backen, nebenher noch Therapie machen und alles etwas langsamer angehen. Ich konnte in der Existenzgründungsphase einen Businessplan aufstellen, meine Marken DNA herausarbeiten, berechnen was man so als Stundenlohn und Monatsumsatz braucht um später in der völligen Selbstständigkeit finanziell überleben zu können. Und das ist eine Ganze Menge…

Und jetzt?!

fragezeichen

Ich bin froh, dass es in Deutschland ein Sozialsystem gibt indem ich damals als ich am Boden war aufgefangen wurde. Doch glücklich werde ich mit ALGII als selbstständige nicht (ich behaupte mal ganz frech: niemand wird mit diesem System glücklich). Denn die wollen nur Zahlen sehen, wenn man sich selbstständig macht große Umsätze und mich so schnell wie möglich wieder aus Ihrem System raus haben.Und ich will da ja auch weg..

Es ist ein gewisser Teufelskreis, denn ohne Geld kann ich auch nichts neues produzieren oder investieren und kam deshalb bis jetzt nicht zum Absprung. Und ohne das, kommt auch kein Gewinn. Und so beißt sich die Ratte in den Schwanz… Der Innere Druck in mir steigt seit Monaten an. Denn ich will mein eigenes Ding machen aber eben auch nicht von irgendetwas abhängig sein. Ich bin kein Schmarotzer und Ruhe mich nicht auf unserem Sozialsystem aus und trotzdem ist es mir jetzt gerade im Moment unangenehm dir zu sagen, dass ich ALGII beziehe. Deshalb suche ich schon seit einiger Zeit nach Alternativen und Möglichkeiten. Einen  großen Kredit aufzunehmen kommt für mich aber nicht in Frage. Ich baue mein Ding weiterhin langsam dafür aber solide auf. So kam ich zu dem Entschluss das ein Teilzeitjob der die laufenden Kosten zum überleben abdeckt her muss.

Aber auch der Job muss eben passen, zu mir, meinem Lebensstil und darf mir nicht alle Energie rauben, die ich ja für meine Selbstständigkeit nutzen will. Als gelernte Altenpflegerin würde ich sofort wieder einen Job finden, doch hat mich genau der Job sehr ausgebrannt und meine Hände sind wegen den Handschuhen dem Desinfektionsmittel und dem Stress regelmäßig extrem aufgerissen. Somit kommt eine Rückkehr in die Pflege nur sehr bedingt in Frage.

Wendepunkt?!

So ich habe mich also gesammelt, evaluiert, beschlossen das ein Teilzeitjob her muss und dann stolpere ich über eine Stellenanzeige in einem Nähzentrum. Wenn das kein Schicksal ist, ich habe mich sofort beworben.  Und ich darf dir sagen: Tschakka ich hab den Job und werde schon bald umgeben von kreativem Material Kunden beraten, verkaufen und was sonst noch alles dazu gehört 🙂

Das empfinde ich als perfekt, meine Leidenschaft vereint in einem Teilzeitjob der meine Existenz sichert  + meine Selbstständigkeit die ich dann so anpasse und mir einen Weg suche, dass sich beides gut miteinander vereinbaren lässt. Ein spannender Weg über den ich sicher berichten werde.

Warst du schon einmal Arbeitslos? Oder musstest deine berufliche Richtung ändern? Wie gehst du mit Selbstzweifeln um? Ich freue mich auf deinen Kommentar oder Mail.

Herzlichst,

eva sign

 

 

9 Gedanken zu “Jetzt mal ehrlich: Selbstständigkeit- im ständigen Wandel sein

  1. moments enchanteurs schreibt:

    Ohh Eva, ich freue mich von ganzem Herzen für dich, dass das mit dem Teilzeitjob geklappt ha! ❤ Ich finde es super stark wie dich durch schlechte Zeiten kämpfst und deine Träume verfolgst. Selbstzweifel sind wirklich kleine fiese Monster, ich kenne sie auch nur zu gut. Lass dir gesagt sein, auch ich die das Nähen gelernt hat…hat genau die selben Zweifel wie du.^^ Ich glaube es ist egal, was man kann oder gelernt hat, wenn das Vertrauen an sich selbst fehlt, werden die Selbstzweifel einen immer schikanieren. Also Tschakkaaa wir sind gut, so wie wir sind!:) Und absolut nichts muss dir unangenehm sein, vielmehr hast du dafür Respekt verdient, meinen hast du auf jeden Fall! :-*

    Liebe Grüße Nessa

    Gefällt 1 Person

    • Nephtyis schreibt:

      Liebe Nessa, genau wir sind toll Tschakka :-* Danke dir für deine ehrlichen Worte. Dass selbst du obwohl Profi Zweifel hast , gibt mir Mut, da es einfach wieder zeigt wir alle sind manchmal Zweifler und machen uns das Leben damit unnötig schwer *lach*
      Manchmal macht es mich einfach traurig, dass ich von allem überzeugt sein kann, hinter jedem stehe und alles super finde, nur bei mir selbst haperts. Aber auch das hat sich schon gebessert und ich bin auf dem richtigen Weg. ich denke die Momente sind auch wichtig weil sie einen weiter bringen und so ein schöner Austausch wie der der gerade zwischen uns geschieht ist eine absolut feine Bereicherung 🙂 Herzlichst Eva

      Gefällt mir

  2. dorie schreibt:

    Sehr interessanter Beitrag! Da ich noch am Anfang meines Berufsleben stehe, war ich noch nicht in dem Sinne arbeitslos, aber ich habe immer wieder Angst davor nach meinem Studium keinen Job zu finden.
    Aber wie man bei dir sehen kann: Bloß nicht aufgeben und einfach weiter machen 🙂
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

    Gefällt 1 Person

    • Nephtyis schreibt:

      Huhu Dorie 🙂 ich finde das man bei uns wenn man arbeitslos ist leider eine Art imaginären Stempel auf der Stirn trägt der ich bin ein Versager suggeriert. Was natürlich Blödsinn ist! Mach dein Ding und wenn du mal hinfällst ist das voll ok gehört dazu. Du darfst nur nicht vergessen irgendwann weiter zu laufen. Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

  3. Carolin schreibt:

    Hallo Eva!
    Manchmal können Facebookgruppen ja doch sinnvoll sein. Wenn man dadurch nämlich einen Blog wie deinen entdeckt! Man liest im Internet so viel Geschöntes, da ist man froh – wie es die Überschrift schon sagt- auch mal zur Abwechslung auf ehrliche Geschichten zu treffen!
    Viel Spaß bei deiner neuen Aufgabe!
    Liebe Grüße von Carolin

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